Kätlin Vainola

Lift. Pegasus, 2013
Dt. Ausgabe: Lift. Willegoos, 2015

„Oh je! Irgendwie leben die Tiere heutzutage auch nur noch so nebeneinander her“, - diesen Eindruck muss der Fahrstuhl Lift gewinnen, wenn er die Bewohner eines sechsstöckigen Mietshauses tagtäglich hinauf und hinunter befördert, ohne dass sich diese begegnen. Der Leser hat mehr Glück und lernt der Reihe nach alle Bewohner des Hauses mit ihrem Alltag, ihren Träumen und Schrullen kennen: Die Schickimicki Oktopus-Dame aus dem ersten Stock mit ihrem Pool und ihrer Acht-Arm-Garderobe; das tirilierende, schwer verliebte Taubenpärchen aus dem Penthouse oder den schüchternen, mit Komplexen behafteten Herrn Giraffe, der gern mal den Hals einzieht – um nicht aufzufallen und um überhaupt in den Aufzug zu passen.
In wenigen Sätzen entwirft Kätlin Vainola Portraits der Mieter mit ihren skurrilen Eigenarten, die nur allzu menschlich sind! Dass aber alle etwas Liebenswertes haben und dass jeder so unterschiedliche Wünsche in seinem Leben hat, zeigt nur wie bunt die Welt ist!

Kus on armastus? Päike ja Pilv 2014
Dt. Ausgabe: Wo ist die Liebe? BaltArt, 2015.

„Wie merkt man eigentlich, dass man jemanden liebt? Und ist das bei allen Menschen gleich?“ …Fragen über Fragen, die die kleine Saara an ihre Mutter richtet. Nur gut, dass Kätlin Vainola der Mutter die passenden Antworten in den Mund gelegt hat. Schlicht, klar, einleuchtend und zugleich entwaffnend poetisch erzählt die Mutter, dass die Liebe meistens im Herzen zu spüren sei, aber dass die Liebe aber auch der frisch gebackene Lieblingskuchen sein kann. Kniffliger wird es, wenn Saara sich überlegt, ob man die Liebe denn berühren kann. Naja und denn es heißt, man habe die Liebe gefunden, heißt es dann auch, dass die Liebe verloren geht? Das Kleine, das Einfache und die intime Atmosphäre des Zwiegesprächs zwischen Mutter und Kind sind es, die Kätlin Vainolas Bilderbuch weit werden lassen und die es ermöglichen, sich einem großen Thema anzunähern.
„Wo ist die Liebe?“ erhielt darum 2014 den Põlvepikuraamat – dem „Knie-Hoch-Preis“, der Bücher für jüngste Leser prämiert – und wurde als “schönstes Kinderbuch Estlands“ mit einem Spezialpreis ausgezeichnet.