Joseph Lemasolai Lekuton, Träger des Grand Warrior Awards, wurde 1963 als Angehöriger eines Ariaal-Clans, einer Volksgruppe der Maa, im Norden Kenias geboren. Er wuchs in einem Nomadendorf auf und besuchte als einziges Kind seiner Familie die Schule. 1989 ging er mit einem Stipendium und einem Flugticket, für das sein Dorf etliche Rinder verkaufte, in die USA. Dort studierte er Wirtschafts- und Bildungspolitik u. a. in Harvard und war als Geschichtslehrer an der Langley School bei Washington D.C. tätig. Immer wieder verbrachte Lekuton Zeit in seiner kenianischen Heimat, um mit NGOs Entwicklungshilfeprojekte voranzutreiben.

In seinem viel beachteten Debüt „Facing the Lion: Growing up Maasai on the African Savanna“ (2003; dt. „Facing the Lion“, 2007) schildert er eindrücklich die archaische und ritualisierte Welt der Massai-Krieger und -Rinderhirten. Lekutons autobiographische Erzählung ist Sachbuch und Jugendroman zugleich, seine Sprache anschaulich, klar und warmherzig. Zupackend berichtet er von der ersten Begegnung mit einem Löwen, den sozialen Regeln im Dorf, dem Ereignis der Beschneidung, der Konfrontation mit moderner Technik und dem Kulturschock in den USA. „[…] ich hoffe, dass viele viele Leser sich von ihm erzählen lassen, was es heißt, ein Massai zu sein“, sagte Cornelia Funke.

Seit 2006 ist Lekuton Abgeordneter im kenianischen Parlament. Als Politiker gilt sein Engagement der Verbesserung der ländlichen Infrastruktur, der Bewahrung nachhaltiger Lebensformen und der weiteren Demokratisierung seiner Heimat. Er lebt in Nairobi.

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