Ali Mitgutsch, ‚Vater des Wimmelbilderbuchs’ und Chronist der Welt im Kleinen, wurde 1935 in München geboren, wo er noch heute lebt. Nach einer traurigen Kindheit und unglücklichen Jahren in einer Dorfschule während des Zweiten Weltkriegs wurde er graphischer Zeichner, Bilderbuchmaler und ein begeisterter Weltreisender. Sein 1968 erschienenes Bilderbuch „Rundherum in meiner Stadt“ erhielt den Deutschen Jugendliteraturpreis 1969 und wurde mehr als 1,3 Million Mal verkauft.

Mit über 70 Bilderbüchern, unzähligen Schulbüchern, Postern, Puzzles, graphischen Blättern und Objekten gleicht sein OEuvre einer Schule des Sehens. Der feine Blick des Hans-Christian-Andersen-Preisträgers für die Riten des Alltags erschafft Bildwelten ohne Worte, die kleine wie große Betrachter fesseln. Generationen von Kindern haben mit seinen Bildern gelernt, ihre Umwelt zu begreifen und ihr Augenmerk auf Kleinigkeiten zu lenken.

Das Etikett ‚Wimmelbilderbuch’, das ein unordentliches Gewusel von Figuren nahezulegen scheint, hat Mitgutsch selbst nie sonderlich gefallen. Sein Illustrationsstil lebt vielmehr davon, dass er heiter-burleske Szenen zeigt, in denen es vital, munter und auch einmal derb zugeht. Ob er Kinder in den Zoo mitnimmt, ihnen das Bauernhofleben zeigt, sie im Schwimmbad und am Strand toben oder den Flughafen entdecken lässt, Mitgutsch „[…] ist es geglückt, eine heile Welt vor Kindern auszubreiten, die zugleich auf komische Weise ihr Gegenteil zeigt“, resümierte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.