Uri Orlev, geboren 1931 als Sohn jüdischer Eltern in Warschau, verbrachte einen Teil seiner Kindheit im Warschauer Ghetto. 1943 wurde er ins KZ Bergen-Belsen deportiert. Er ist einer der wenigen heute noch lebenden Zeitzeugen des Holocaust. – Nach der Befreiung wanderte er nach Erez-Israel aus, wo er zwanzig Jahre in einem Kibbuz arbeitete. Sein weltweites Renommee als Schriftsteller gründet auf seinen Jugendromanen, in denen er seine Kindheit und das Leiden an Faschismus und Krieg verarbeitete, etwa in Die Insel in der Vogelstraße (1981, D: 1986) oder in seinem autobiografischen Debüt Die Bleisoldaten (1956, D: 1999).

Uri Orlevs Werke, darunter auch Kinderbücher, wurden aus dem Hebräischen in mehr als 25 Sprachen übersetzt. 1996 wurde er für sein Gesamtwerk mit der Hans-Christian-Andersen-Medaille ausgezeichnet, der wichtigsten internationalen Auszeichnung für Kinderbuchautoren. Der Autor hat vier erwachsene Kinder und lebt mit seiner Frau in Jerusalem.

© Foto: Alexa Gelberg