Yves Grevet, Frankreich

Méto. La maison
Syros 2008

Dt. Ausgabe: Méto. Das Haus.
Aus dem Französischen von Stephanie Singh
dtv Reihe Hanser 2012

Vierundsechzig Jungen leben auf einer einsamen Insel in einem von Soldaten bewachten Haus. Sie werden gut versorgt, und doch ist die Angst ihr ständiger Begleiter. Denn die Jungen wissen weder, woher sie kommen, noch, wohin sie gebracht werden, wenn sie zu groß für das Haus geworden sind. Auch wird, wer Fragen stellt oder sich den teils absurden Regeln widersetzt, brutal bestraft. Méto gehört mit 14 Jahren zu den Älteren – und beschließt, die Ungewissheit nicht länger hinzunehmen. Auf meisterliche Art zeigt Yves Grevet, was geschieht, wenn Menschen von klein auf ihrer Selbstbestimmung beraubt werden. Dank der eher nüchternen Sprache seines jungen Helden schafft er zugleich eine Distanz, die es Jugendlichen ermöglicht, in diese Dystopie einzutauchen, ohne sich zu stark mit den Romanfiguren und deren Schicksal zu identifizieren. Nicht zuletzt erzählt er von dem magischen Moment, wenn der Funke der Freiheit in autoritären System entsteht und auf andere überspringt. Denn es ist nicht allein Méto, der sich der Unterdrückung unter größter Gefahr widersetzt. (ab 12)

 

Grupp
Syros 2017.

Dt. Ausgabe: Vront. Was ist die Wahrheit?
Aus dem Französischen von Nadine Püschel
Mixtvision 2020

Jeden Morgen führt Stan seinen Täglichen Gesundheitscheck (TG) durch. Dafür hält er einen kabellosen Scanner ein paar Sekunden neben sein Herz – genau dort, wo sein „LongLife-Chip“ sitzt, der rund um die Uhr seine Blutströme analysiert. Für den Vierzehnjährigen ist das Routine. Für seinen drei Jahre älteren Bruder ein Grund aufzubegehren: Gemeinsam mit Freunden hat Scott die Widerstandsgruppe „Vront“ gegründet, um gegen die digitale Überwachung und für ein Leben in Freiheit zu kämpfen. Als Scott von der Polizei verhaftet wird, beginnt Stans Weltbild zu wackeln. Sein Bruder war stets sein Vorbild. Dass dieser nun ein Unternehmen wie LongLife sabotiert, das sich um die Gesundheit der Menschen kümmert, will Stan nicht in den Kopf … Yves Grevet entwickelt diese ebenso brisante wie spannende Story abwechselnd aus der Sicht der beiden Brüder sowie einiger „Vront“-Mitglieder und zeigt so eindrücklich auf: Wahrheit ist komplex – und auch eine Frage der Perspektive. (ab 14)