André Letria, Portugal

Se eu fosse um livro
Text von José Jorge Letria
Pato Lógico 2016

Dt. Ausgabe: Wenn ich ein Buch wäre
Aus dem Portugiesischen von Gregory C. Zäch
Midas Collection 2016

Auf dem Cover sieht man eine Parkbank, auf der ein eher unscheinbares Buch liegt. Doch wer das reale mintfarbene Buch aufschlägt, entdeckt eine verzauberte Welt: Das schwarze Buch vom Umschlag entpuppt sich nicht nur als Füllhorn voller Geschichten und Geheimnisse – es kann auch jede beliebige Gestalt annehmen. „Wenn ich ein Buch wäre, würde ich jemanden auf der Straße bitten, mich mit nach Hause zu nehmen“, heißt es zu Beginn. Prompt kommt ein Mensch vorbei, der sich des herrenlosen Buches annimmt. Wie ein Mantra wiederholt sich der Buchtitel und beleuchtet in jeweils einem Satz eine neue Seite von Büchern. Und André Letria verwandelt in seinen in gedeckten Farben gehaltenen Illustrationen das wundersame Buch mal in ein Flugzeug, mal in einen Koffer, in eine einsame Insel oder einen Löwen. (ab 6)

 

A guerra
Text von José Jorge Letria
Pato Lógico 2018.

Dt. Ausgabe: Der Krieg
Aus dem Portugiesischen von Katja Alves
Midas Collection 2020

Text und Bild dieses in jeder Hinsicht dunklen Buches über den Krieg könnten auch unabhängig voneinander gelesen werden. Gleichwohl berühren und verweben sich die beiden Ebenen an mehreren Punkten und bilden zusammen ein großartiges Ganzes. „Der Krieg kann keine Geschichten erzählen, er kann sie nur vernichten“, steht auf einer Seite. Geschichten erzählt auch dieses Buch keine. Es sind vielmehr zeitlose, tiefgründige, sprachlich wuchtige, bildstarke Gedanken über die Gründe des Krieges, seinen Charakter, seine Macht, seine Auswirkungen und seine enge Verbundenheit mit den Menschen. Dazu zeigt André Letria in düsteren und atemberaubenden, niemals aber grausamen oder blutigen Bildern eine schattenhafte Welt, in die der Krieg langsam eindringt – und bietet damit viele Ansätze, ins Gespräch zu kommen. (alle Altersklassen)