Gusti, Argentinien/Spanien

Mallko y papá (dt.: Mallko und Papa). Océano Travesía 2014

„Manchmal wird ein Kind nicht so, wie du es dir vorstellst.“ Mit großer Offenheit verarbeitet Gusti in diesem sehr persönlichen Buch, wie er damit umging, als sein Sohn Mallko mit Down-Syndrom auf die Welt kam. Während die Mutter und der Bruder Mallko mit bedingungsloser Liebe annehmen, reagiert er überfordert und ablehnend. Aber ein Mensch mit Down-Syndrom lässt sich nicht einfach umarbeiten wie ein Kunstwerk.

In einer originellen Mischung aus Tagebuch, Fotoalbum, Bildergeschichte und Skizzenbuch beschreibt Gusti den Annäherungsprozess von Mallkos Geburt bis zu dem Moment, als auch er seinen einzigartigen Sohn so annimmt, wie er ist. In Dialogen, E-Mails, Wortfetzen, farbigen Zeichnungen, flüchtigen Skizzen, Fotos, Collagen und cartoonartigen Sequenzen spiegeln sich die Verzweiflung und die Verwirrung im Kopf und im Herzen des Vaters wider. Ein außergewöhnliches, berührendes Buch für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. (Für alle Lesealter)

 

El elefante encadenado. Una parábola tradicional. Texto de Jorge Bucay. Del Nuevo Extremo; RBA Libros 2008
Wie der Elefant die Freiheit fand. Eine traditionelle Parabel. Text von Jorge Bucay. Aus dem Spanischen von Stephanie von Harrach. Fischer Schatzinsel 2010

Wie ist es möglich, fragt sich ein kleiner Junge, dass der von ihm bewunderte Zirkuselefant sich nicht einfach von seiner Kette losreißt und das Weite sucht? Was hält das so starke, riesige Tier zurück? Die einfache und zugleich vielschichtige Geschichte des bekannten argentinischen Autors Jorge Bucay fordert zum Denken und Diskutieren heraus, indem sie auf anschauliche Weise elementare Fragen wie Freiheit und Gefangenschaft, Selbstbestimmung und Unterwerfung, Selbstvertrauen, Unfreiheit im Kopf und die Macht der Gewohnheit aufwirft.

Gustis Aquarellillustrationen treffen einerseits die nachdenkliche, melancholische Atmosphäre der Geschichte. Zugleich tragen zahlreiche humorvolle, witzige Details wie winzige Kritzeleien, Vignetten oder gemalte Briefmarken zu dem fröhlichen, lebensbejahenden Grundton des Buches bei. (ab 6)

 

El temido enemigo. Texto de Jorge Bucay. Océano, 2009
Wie der König seinen Feind verlor. Text von Jorge Bucay. Aus dem Spanischen von Stephanie von Harrach. Fischer KJB, 2013

Das Märchen erzählt von einem mächtigen, eitlen, im Innern jedoch zutiefst unsicheren König. Er erträgt es nicht, dass in seinem Reich ein weiser Magier lebt, der nicht nur die Zukunft voraussagen kann, sondern dazu noch von den Menschen geliebt wird. Von Neid zerfressen, beschließt der König, den Alten aus dem Weg zu räumen. Doch der kann dank einer raffinierten List sein Leben retten und gewinnt in der Folgezeit sogar das Vertrauen des Königs, bis die beiden Männer am Ende enge Freunde geworden sind.

Gusti hat Jorge Bucays sprachlich sehr schönen, im Duktus alter Märchen gehaltenen Text mit üppigen Aquarellbildern in dunklen Farbtönen ausgestattet. Die Doppelseiten des Bilderbuchs wirken wie Bühnen, auf denen die Figuren agieren. Raumfüllend ist die Gestalt des Königs: Er ist ein voluminöser, fast kugelförmiger, in pompöse Gewänder gehüllter Popanz, dem die Last der Krone auf das winzige Haupt drückt. (ab 6)