Ingrid Olsson, Schweden

Åse och Grodan. Lilla Piratförlaget, 2015.
Gleich, sagt Mama. Illustriert von Charlotte Ramel. Aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer. Klett Kinderbuch 2016.

„Gleich“, sagt Mama, als Frida ihr einen ganz besonderen Fund zeigen möchte. Doch Mama muss einkaufen, das Abendessen machen, aufräumen. Ständig vertröstet sie Frida auf „später“ und „gleich“. Das kann doch nicht sein! Frida wird so wütend, dass sie fast platzt – und dann liegen da Mamas Schere und der grüne Stoff für ein neues Kleid…

„Gleich, sagt Mama“ erzählt einen klassischen Konflikt aus dem Familienalltag mit großem Identifikationspotenzial für kleine und große Leser: Das Zusammenspiel von Ingrid Olssons Text und Charlotte Ramels Bildern zeigt treffend, wie Fridas Frust in einen kurzen Augenblick triumphaler Handlungskraft umschlägt, bevor sich gleich darauf Schuldgefühle und ein schlechtes Gewissen melden. Das kennt man, oder? (ab 4)

 

Önska bort, önska nytt. Gilla böcker 2012.
Neuschnee. Erzählungen. Aus dem Schwedischen von Cordula Setsman. Mixtvision 2016.

Ein Mädchen sitzt im Wartezimmer zusammen mit einer Frau, deren Bauch rund ist wie ein Medizinball. Ein Junge steht auf dem Bahnsteig mit einer Krankenhaustüte in der Hand, darin ein Mobiltelefon und ein Halstuch, das noch schwach nach der verunglückten Mutter duftet. Ein Sohn hat seinen Rucksack gepackt, doch darin sind keine Bierdosen fürs Skiwochenende, wie der Vater annimmt, sondern Pullis, ein Pass und ein Flugticket.

Ingrid Olsson erzählt von Jungen und Mädchen auf der Schwelle zum Erwachsenwerden und findet dabei einen Ton von bestechender Klarheit und Intensität: Die Erzählungen funkeln wie Neuschnee. Doch so wie unter dem Weiß verdorrtes Gras liegt, verhandeln die Texte Dunkles. Sie erzählen von Angst, Wut und Traurigkeit, aber auch von Stärke und Mut – und dann leuchtet der Schnee. (ab 14)

Der Verlag hat Lehrerhandreichungen zu diesem Buch erarbeitet.