Sally Nicholls, Großbritannien

Ways to Live Forever. Marion Lloyd Books/Scholastic 2008.
Wie man unsterblich wird. Aus dem Englischen von Birgitt Kollmann. Hanser 2008.

Was würdest du tun, wenn du nicht mehr lange zu leben hättest? Für den elfjährigen Sam stellt sich die Frage sehr konkret, denn er hat Leukämie. Als begeisterter Listenschreiber notiert er, was er unbedingt erleben will: Ein berühmter Forscher werden. Verbotene Horrorfilme anschauen. Die Erde vom Weltall aus sehen. Ein Teenager sein mit allem Drum und Dran. Wie soll das alles gehen? Zusammen mit seinem Freund, der ebenfalls an Krebs erkrankt ist, probiert er es einfach aus. Manchmal staunt er und ist froh, manchmal ist es schwer, manchmal passieren Wunder. Die großen Fragen, die Sam sich stellt, machen am Ende Sinn, auch wenn niemand sie beantworten kann.

„Eine Geschichte vom Sterben, die voller Lebensfreude ist. Besser kann man Kindern nicht erklären, dass im Leben jede Minute zählt“, schrieb DIE ZEIT über dieses Buch. „Wie man unsterblich wird“ wurde vielfach ausgezeichnet und in ein preisgekröntes Hörspiel umgesetzt. (ab 11)

Unterrichtsmaterial zu dem Buch finden Sie in der „Reihe Hanser in der Schule“

 

Close Your Pretty Eyes. Marion Lloyd Books/Scholastic 2013.
Wünsche sind für Versager. Aus dem Englischen von Beate Schäfer. Hanser 2016.

Olivia hat fast ihr gesamtes Leben in Pflegefamilien und Heimen verbracht und Dinge erlebt, die in ihrer Seele heftige Spuren hinterlassen haben. Von ihrem 16. Zuhause erwartet sie daher nicht viel. Bei der Ankunft ist sie misstrauisch und abwehrend. Doch die Iveys lassen sich nicht abschrecken und gehen herzlich und offen mit ihr um. Kann jetzt alles gut werden? Olivia wagt es nicht zu hoffen – Wünsche, findet sie, sind für Versager. Ihre Erinnerungen und die Angst, auch dieses Zuhause wieder zu verlieren, machen sie aggressiver denn je. Und dann scheint es in dem alten Landhaus der Iveys auch noch zu spuken: Olivia fühlt sich verfolgt von dem Geist der Kindermörderin Amelia Dyer, die im 19. Jahrhundert hier ihr Unwesen trieb.

Sally Nicholls gibt dem Leser einen Einblick in die Psyche eines traumatisierten Mädchens – unsentimental, fesselnd, doch bei aller Härte auch komisch und hoffnungsvoll. Zugleich entwirft sie ein raffiniertes literarisches Spiel, denn das Buch lässt sich auch als Spannungsroman und packende Gruselgeschichte mit einer surrealen Ebene lesen. (ab 13)

 

An Island of Our Own. Scholastic 2015.
Eine Insel für uns allein. Aus dem Englischen von Beate Schäfer. dtv 2017 (Reihe Hanser).

Was sie und ihre beiden Brüder im letzten Jahr erlebt haben, ist ein Buch wert, findet die 13-jährige Holly und schreibt alles auf. Es wird eine veritable Abenteuergeschichte, mit einer Schatzsuche im Internet und in der realen Welt, mit einer reichen, aber ziemlich verrückten Erfinder-Tante und einem selbst gebastelten Metalldetektor, mit einer einsamen Insel und einer unerwarteten Reise, die die drei Geschwister weit weg von London führt – und das, obwohl sie seit dem Tod ihrer Mutter schon für das normale Leben nie genug Geld haben und das Leben auch sonst nicht einfach ist. Ohne Hollys Energie, ihre Neugier und ihre Lust auf die Welt wären sie wohl nie aufgebrochen, aber am Ende braucht es alle drei und eine Menge freundlicher Leute dazu, damit sich alles zum Guten wendet.

„Eine Insel für uns allein“ sei „nichts Geringeres als ein Aufruf, zu lesen, zu schreiben und zu leben, in keiner besonderen Reihenfolge.“ befand Katharina Laszlo in der FAZ. Das Buch erhielt im März 2017 die Auszeichnung „Die 7 besten Bücher für junge Leser“. (ab 10)