Benjamin Tienti, Deutschland

Salon Salami
Illustriert von Barbara Jung
Dressler 2017

Erst heißt es, Hanis Mutter sei auf Dienstreise – dann stellt sich heraus, dass sie im Gefängnis sitzt. Weil sie ausbadet, was Onkel Ibo der Familie eingebrockt hat. Seitdem ist nichts mehr, wie es war: Papa schneidet im Friseursalon Salami Haare im Akkord, während Onkel Ibo krumme Dinger dreht. Hanis kleiner Bruder Moma ist völlig von der Rolle, und Hani selbst plötzlich für alles verantwortlich. Auch wenn sie superpatent ist, ist das einfach viel zu viel für jemanden, der erst zwölf ist. Da kann es schon passieren, dass ebendiese Zwölfjährige eines Tages mit einem Gemüsemesser in der Bank steht und „Überfall“ brüllt … In rasantem Tempo führt uns Benjamin Tienti in einen bunten Mikrokosmos mitten in Berlin, in dem verschiedenste Menschen aufeinandertreffen. Nicht jeder von ihnen hat Gutes im Sinne, doch Tienti schildert diese Vielfalt anschaulich und findet dabei vor allem gegenüber seiner kleinen Heldin einen stets erfrischenden und warmherzigen Ton voller Loyalität. (ab 10)

Unterwegs mit Kaninchen
Illustriert von Anke Kuhl
Dressler 2019

Was macht ein Kaninchen in einer Kühlbox? Ganz einfach: Es reist so komfortabel, wie es die Umstände erlauben, nach Süddeutschland, um seinem angekündigten Tode zu entgehen. Maikel hat sich nämlich eine Pfote gebrochen, als ihn Fidaa fallen ließ. Überhaupt ist mit Fidaa das Chaos ausgebrochen: Bis sie und ihre Mutter bei ihnen einzogen, lebte Andrea (der anders als sein Name vermuten lässt, kein Mädchen, sondern ein Junge ist) mit seinem Vater und Kaninchen Maikel entspannt zusammen. Das ist vorbei. Als der Tierarzt vorschlägt, den verletzten Maikel einzuschläfern, macht sich Andrea auf den Weg zu seiner Mutter, die als Heilerin in einem Öko-Dorf lebt. Fidaa folgt den beiden. So beginnt ein irrwitziger Roadtrip, der dem schüchternen Andrea ebenso viel abverlangt wie der vorlauten Fidaa. Und nicht zu vergessen: Maikel, der sich ab und zu aus seiner Kühlbox ebenfalls zu Wort meldet. (ab 10)